Hanf als Dämmstoff – nachhaltig, effektiv & vielfältig
Hanf als Dämmstoff vereint ökologische Verantwortung mit modernen Bauanforderungen. Dank des hervorragenden sommerlichen Wärmeschutzes entstehen Wohnräume, in denen man sich rundum wohlfühlt – kühl im Sommer und warm im Winter. Die Naturbaustoffbranche ist längst in der Gegenwart angekommen: fertige Hanf-Trockenbauplatten und Akkustik-Paneele sowie andere spezielle Produkte sind verfügbar. Hanf-Dämmstoffe sind vollständig natürlich, vielseitig einsetzbar und leicht zu verarbeiten. Daher sind sie für Industrie, Architektur und Handwerk wie auch Endverbraucher bestens geeignet.
Inhaltsverzeichnis
Merkmale von Hanf-Dämmstoffen

Sommerlicher Wärmeschutz

Leicht zu verarbeiten

Schadstofffrei

Feuchtigkeits- und temperaturregulierend

Verbessert das Raumklima – beugt Schimmelbildung vor

Gute Schalldämmung

Schnell nachwachsender, regionaler Rohstoff

Recycelbar / kompostierbar nach Ausbau

Natürlicher Schutz vor Schädlingen

Dampfdurchlässig und somit diffusionsoffen

Keine statische Aufladung von Oberflächen

Sehr langlebig -> Wertsteigerung der Immobilie

Verbessert die Umweltsituation

CO₂-positiv
Was sind Hanf-Dämmstoffe?
Welche Arten von Hanf-Dämmstoffen gibt es?
Hanf-Dämmstoffe sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich und ermöglichen – je nach Produktart, Rohdichte und Aufbau – maßgeschneiderte Lösungen für Wärme-, Schall- und sommerlichen Hitzeschutz. Im Folgenden finden Sie eine strukturierte Übersicht der gängigen Produkte sowie typische Einsatzbereiche.
Hanf-Platten:
- Hanf-Dämmplatten (verschiedene Dichten)
Formstabile Hanf-Dämmplatten bestehen überwiegend aus Hanffasern und werden mit Bindefasern stabilisiert. Sie sind in unterschiedlichen Rohdichteklassen (ca. 85–150 kg/m³) erhältlich. Je nach Dichte variieren Druckfestigkeit, Schallschutzwirkung und Anwendungsbereich. Geringere Dichten eignen sich besonders für nicht druckbelastete Gefachdämmungen, höhere Dichten verbessern Stabilität, Schallschutz und Brandschutzverhalten und sind für Wand- oder Putzträgerkonstruktionen geeignet.
Typische Einsatzgebiete:
Gefache im Holzrahmenbau, Dachschrägen (Zwischen- und Untersparren), Innen- und Außenwände, Trennwände, Decken, Putzträgerdämmung sowie Konstruktionen mit erhöhten Anforderungen an den Schallschutz.
- Trockenbau-Dämm-Verbundplatte
Die Verbundplatte ist ein innovatives, umweltfreundliches Verbundelement aus einer Lehmbauplatte (14 mm) und einer Hanf-Dämmplatte. Beide Komponenten werden in Deutschland gefertigt und mit Weißleim fest verbunden. Dadurch entsteht ein montagefreundliches Bauelement mit integrierter Dämmfunktion. Die Verbundbauweise reduziert Arbeitsschritte auf der Baustelle und sorgt für eine definierte, stabile Oberfläche.
Typische Einsatzgebiete:
Innendämmung von Außenwänden, Sanierung im Bestand, Dachausbau, Wandvorsatzschalen sowie Konstruktionen, bei denen Tragfähigkeit und Dämmung in einem Bauteil kombiniert werden sollen.
- Hanf-Lehm-Trockenbauplatte
Hanf-Lehm-Trockenbauplatten stellen eine ökologische Alternative zu Gipskarton dar. Sie bestehen aus Hanffasern in Kombination mit Lehm und verfügen über eine erhöhte Masse sowie sehr gute feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Dadurch tragen sie zu einem verbesserten Raumklima bei und erhöhen zugleich den Schallschutz.
Typische Einsatzgebiete:
Beplankung von Holzrahmenwänden, Innen- und Trennwänden, Dachschrägen (zwischen und unter Sparren), Deckenbekleidungen sowie Sanierungen im ökologischen Innenausbau.
Hanf-Matten:
- Hanf-Dämmmatten (flexibel)
Flexible Hanf-Dämmmatten sind elastisch, klemmfähig und besonders anpassungsfähig an unregelmäßige Gefache. Sie lassen sich einfach zuschneiden und fugenfrei einpassen. Durch ihre Struktur bieten sie sehr gute Wärme- und Schalldämmwerte sowie einen wirksamen sommerlichen Hitzeschutz.
Typische Einsatzgebiete:
Zwischensparrendämmung, Holzständerwände, Deckenbalkenlagen, Installationsebenen, Hohlräume im Innenausbau sowie nicht druckbelastete Bereiche im Neubau und in der Sanierung.
Hanf-Schüttungen:
- Hanf-Schüttungen bestehen aus losen Hanffasern oder Hanfschäben und eignen sich besonders für horizontale oder schwer zugängliche Bereiche. Sie passen sich flexibel an Hohlräume an und ermöglichen eine nahezu fugenlose Dämmung. Neben der Wärmedämmung tragen sie zur Feuchtigkeitsregulierung bei und verbessern den sommerlichen Wärmeschutz.
Typische Einsatzgebiete:
Kaltdächer, Spitzböden, oberste Geschossdecken, Ausgleichsschüttungen im Trockenestrich, Hohlräume in Decken- und Balkenkonstruktionen.
Stopfhanf:
- Stopfhanf besteht aus aufgelockerten Hanffasern und dient zum manuellen Verdichten kleiner Hohlräume. Er eignet sich insbesondere für Detailanschlüsse, Nachbesserungen oder schwer zugängliche Bereiche.
Typische Einsatzgebiete:
Fugen und Anschlüsse, Dach- und Wanddurchdringungen, Fenster- und Türanschlüsse, Nachdämmung kleiner Fehlstellen, Holzrahmen- und Blockbohlenbau.
Hanf-Vliese:
- Hanf-Vliese werden als dünne, flexible Bahnen oder Streifen eingesetzt. Sie dienen vor allem der akustischen Entkopplung und Trittschallminderung oder als Trenn- und Ausgleichslage zwischen Bauteilen.
Typische Einsatzgebiete:
Unter Trockenestrichen, zur Trittschallverbesserung bei Holzbalkendecken, als Randdämmstreifen oder Entkopplungselemente im Wand- und Bodenbereich.
Hanf-Bänder (Stopf- und Kalfaterbänder):
- Hanf-Bänder bestehen aus verdichteten Hanffasern und werden zur Abdichtung von Fugen und Bauteilanschlüssen eingesetzt. Sie sind diffusionsoffen, anpassungsfähig und unterstützen eine dauerhafte, bewegungstolerante Fugenlösung – insbesondere im Holzbau.
Typische Einsatzgebiete:
Fenster- und Türanschlüsse, Blockbohlenbau (Holz-Holz-Fugen), Übergänge zwischen Mauerwerk und Holz, Dach- und Giebelanschlüsse sowie Leitungsdurchführungen.
Hanf in Putzen und Estrichen
- Hanf kann als Zuschlagstoff in Lehm- und Kalkputzen sowie in leichten Estrichsystemen eingesetzt werden. Die Fasern verbessern Rissüberbrückung, Elastizität und Feuchtepufferung und tragen zu einem ausgewogenen Raumklima bei. Der Einsatz erfolgt überwiegend im diffusionsoffenen, ökologischen Innenausbau sowie in Sanierungsprojekten.
Warum sollten Sie sich für Hanf entscheiden?
Als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt hat sich Hanf heutzutage als moderner Baustoff etabliert. Als Dämmstoff vereint Hanf ökologische Nachhaltigkeit mit exzellenten bauphysikalischen Eigenschaften. Hanf-Dämmstoffe sind schadstofffrei, vielseitig einsetzbar und leicht zu verarbeiten. Er fördert angenehme Temperaturen, ein gesundes Raumklima und effektiven Schallschutz – eine natürliche Alternative zu herkömmlichen Dämmstoffen wie beispielsweise Mineralwolle.
Die Rohware wächst schnell nach, benötigt wenig Wasser und so gut wie keine Insektizide sowie Herbizide. Die Herstellung ist energiearm und die reinen Hanf-Produkte vollständig recycelbar. Ein großer Vorteil von Hanf als nachwachsendem Rohstoff ist seine herausragende Fähigkeit, CO₂ zu binden. So nimmt ein Hektar Hanf während der Wachstumsphase etwa 14,5 Tonnen CO₂ auf. Dieses Kohlendioxid bleibt im späteren Baustoff dauerhaft gebunden und wird nicht wieder freigesetzt. Aus der Ernte eines Hektars lassen sich rund 90 m³ Dämmstoff herstellen. Die Herstellung selbst verursacht etwa 3,8 Tonnen CO₂, sodass nach der Produktion immer noch ca. 10,7 Tonnen CO₂ der Atmosphäre effektiv entzogen werden. Damit trägt Hanf aktiv zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung bei.
Hanf-Dämmmaterialien sind sehr robust und halten bei guter Pflege (dauerhafte Feuchtigkeit unter 20%) über Jahrzehnte hinweg, ohne an Effektivität zu verlieren. Diese Schätzung ist konservativ, da es keine Untersuchungen oder Studien dazu gibt. Das macht Hanf im Gegensatz zu mineralischen Dämmstoffen, deren Fasern verspröden (nach 30-50 Jahren) und überhaupt keine Feuchtigkeit aufnehmen können bzw. dadurch ihre Dämmwirkung verlieren, deutlich haltbarer. Zu der kürzeren Haltbarkeit, die eine frühere Sanierung nötig macht, kommen die Entsorgungskosten, da mineralische Dämmstoffe als Sondermüll gelten. Die Entsorgung verschlechtert natürlich auch massiv den ökologischen Fußabdruck.
Wie beeinflusst Hanf als Dämmstoff das Raumklima und die Gesundheit
Hanf als Dämmstoff sorgt für angenehme Temperaturen im Sommer und Winter. Er bietet einen hervorragenden sommerlichen Wärmeschutz, agiert feuchtigkeitsregulierend und ermöglicht Diffusion. Dadurch beugt er Schimmelbildung vor und bietet einen natürlichen Schutz vor Schädlingen. So entsteht ein gesundes und komfortables Wohnumfeld.
So schützt Hanfdämmung beispielsweise das Dachgeschoss vor sommerlicher Überhitzung: natürliche Dämmstoffe wie Hanf und Flachs verhindern, dass Dachzimmer schon mittags überhitzen. Die Wärme dringt erst später ein, und die Räume können abends wieder schneller abkühlen – ideal für Menschen, die im Sommer unter zu warmen Schlafräumen leiden. So kann selbst in Dachgeschossen im Sommer eine angenehme Schlaftemperatur erreicht werden. Siehe hierzu auch den separaten Artikel zu sommerlicher Wärmeschutz.
Hanf-Dämmstoffe enthalten keine schädlichen Chemikalien! Er ist hautfreundlich und aufgrund der antistatischen Eigenschaften besonders für Allergiker geeignet. Im Gegensatz zu Mineralwolle oder Styropor entstehen keine Haut- oder Atemreizungen bei der Verarbeitung noch muss Hanf als Sondermüll entsorgt werden. Zudem sorgt dieses natürliche Material für die Reduzierung toxischer Emissionen im Innenraum.
Wie verbessert Hanf die Raumakustik?
Dank der natürlichen, faserigen Struktur absorbiert und dämpft er Schallwellen effektiv. Das Ergebnis ist ein ruhigeres, angenehmes Wohn- und Arbeitsumfeld. Hanf absorbiert besonders im mittleren bis hohen Frequenzbereich, der für Sprache und Alltagsgeräusche relevant ist. Dies reduziert den Nachhall, verbessert die Sprachverständlichkeit und sorgt für ein angenehmes Raumgefühl.
Wie gut absorbiert Hanf Schall?
Schallabsorptionswerte im Überblick:
|
Material |
125 Hz |
250 Hz |
500 Hz |
1000 Hz |
2000 Hz |
4000 Hz |
|
Mineralwolle (40 mm) |
0,30 |
0,60 |
0,90 |
1,00 |
1,00 |
1,00 |
|
Flachs (40 mm) |
0,25 |
0,55 |
0,85–0,95 |
1,00 |
1,00–1,10 |
1,00–1,15 |
|
Hanf (40 mm) |
0.20 |
0.50 |
0.80 |
0.90 |
0.90 |
0.95 |
Der αₛ-Wert gibt an, wie stark ein Material Schall absorbiert: 0 = keine Absorption, 1 = vollständige Absorption. Hanf bietet gute Schallabsorbtionseigenschaften, wenngleich er leicht unterhalb von Mineralwolle und Flachs bleibt. Höheren Frequenzen wie 500–4000 Hz, welche für Sprache und Alltagsgeräusche entscheidend sind, werden gut absorbiert. Daher eignet sich Hanf fast genauso gut wie Flachs zu Trennwand- oder Geschossdämmung.
Wie gut ist die Wärmeleitfähigkeit von Hanf-Dämmstoffen?
Hanf ist wärmetechnisch auf Augenhöhe mit klassischen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder Holzfaser:
|
Dämmstoff |
Wärmeleitfähigkeit λ (W/(m·K)) |
|
Hanfmatte / -platte |
0,038–0,042 |
|
Flachs-Matte |
0,037–0,042 |
|
Mineralwolle |
0,035–0,040 |
|
Holzfaserplatte |
0,038–0,045 |
|
Styropor (EPS) |
0,035–0,038 |
|
Schafwolle |
0,038–0,045 |
Vorteile und Nachteile von Hanf
Vorteile
Hanf-Dämmstoffe überzeugen durch ihre natürliche Herkunft aus schnell nachwachsenden, regional angebauten Rohstoffen. Die Herstellung erfolgt überwiegend mechanisch und ist daher energiearm. Da Hanf während des Wachstums mehr CO₂ bindet, als bei Verarbeitung und Transport freigesetzt wird, gelten Hanf-Dämmstoffe als klimapositiv. Am Ende ihrer langen Nutzungsdauer sind sie in der Regel kompostierbar oder vollständig recycelbar – im Gegensatz zu vielen konventionellen Dämmstoffen, die als Sondermüll entsorgt werden müssen.
Auch die Verarbeitung bietet Vorteile: Hanf ist staubarm, geruchsneutral und frei von gesundheitsbelastenden Stoffen. Das Material verursacht keine Haut- oder Atemreizungen und lässt sich flexibel an unterschiedliche Bauweisen anpassen.
Im Vergleich zu Mineralwolle zeigt sich der größte Unterschied im sommerlichen Wärmeschutz. Dank der höheren Rohdichte und Wärmespeicherfähigkeit wird die sogenannte Phasenverschiebung deutlich verlängert: Die Mittagshitze erreicht den Wohnraum erst in den Abendstunden, wenn die Außentemperaturen bereits sinken. Das reduziert das Überhitzungsrisiko im Dachgeschoss spürbar.
Darüber hinaus ist Hanf von Natur aus unattraktiv für Insekten und Nagetiere, da Bitterstoffe enthalten sind und kein Eiweiß als Nahrungsgrundlage dient (Ausnahmen gelten bei Mischprodukten mit Schafwolle). Die offenporige Faserstruktur ermöglicht eine gute Feuchtepufferung: Hanf kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne an Dämmwirkung zu verlieren, und gilt als widerstandsfähig gegenüber Schimmelbildung.
Neben dem Wärmeschutz bietet Hanf auch einen wirksamen Schallschutz. Die faserige Struktur absorbiert und dämpft Schallwellen, was zu einer verbesserten Raumakustik führt. Antistatische Eigenschaften reduzieren zudem die Staubbindung in der Raumluft – ein Vorteil insbesondere für Allergiker.
Insgesamt trägt eine Hanf-Dämmung nicht nur zu Umwelt- und Klimaschutz bei, sondern verbessert zugleich Wohnkomfort, Raumklima und langfristige Werthaltigkeit einer Immobilie.
Nachteile
Hanf als Dämmstoff ist in der Anschaffung teurer als Mineralwolle oder Styropor und teilweise nicht überall sofort verfügbar, doch die natürlichen Dämmstoffe werden abhängig vom Standwort zusätzlich gefördert. Zudem ist diese Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen wertbeständiger und langlebiger, was den Preis wieder ausgleicht. Für ganz bestimmte Anwendungen sind zusätzliche Brandschutzmaßnahmen nötig, doch nicht für die reguläre Dämmung von Bauteilen. Für die Perimeterdämmung ist Hanf nicht geeignet. Wie bei jeder Dämmung erfordert die Verarbeitung Erfahrung, um Wärmebrücken oder Lücken zu vermeiden, daher empfehlen wir eine umfangreiche Einarbeitung in die Verarbeitung, bei der wir gerne helfen, wenn Sie es selbst verarbeiten wollen.
Hanf: Wussten Sie schon?
Hanf ist die wohl entspannteste Pflanze der Landwirtschaft: Man steckt ihn in den Boden, sagt einmal freundlich Hallo – und er wächst los, als wolle er allen zeigen, wie unkompliziert das Leben sein kann. Während andere Kulturen ständig nach Dünger, Pflanzenschutz und Betreuung verlangen, regelt Hanf das meiste selbst. Er wächst so schnell und dicht, dass Unkraut freiwillig aufgibt, und seine natürlichen Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass Schädlinge lieber woanders essen gehen.
Ökologisch ist Hanf fast schon unverschämt gut: Er braucht kaum Wasser, bindet enorme Mengen CO₂ und kommt praktisch immer ohne Pestizide aus. Dazu verbessert er den Boden, statt ihn auszulaugen, und liefert am Ende eine Faser, aus der man fast alles machen kann – Kleidung, Papier, Seile, Dämmstoffe, sogar Baustoffe. Man hat das Gefühl, Hanf wolle beweisen, dass Nachhaltigkeit wirklich einfach sein kann.
Kein Wunder also, dass Hanf ein glorreiches Comeback feiert. Einst misstrauisch beäugt, heute als klimafreundliches Multitalent gefeiert, zeigt er: Manchmal ist die robusteste, nützlichste und charmanteste Lösung genau die, die direkt vor unserer Nase wächst.
Wie verarbeite ich Hanf-Dämmungen?
Hanf-Dämmplatten: Platten auf das Gefachmaß zuschneiden, ca. 1–2 cm breiter, damit sie fugenfrei klemmen. Stoßfugen versetzt anordnen und leichte Spannung vermeiden, um Verformungen zu verhindern. Für optimale Wirkung innen eine Dampfbremse oder luftdichte Schicht, außen eine diffusionsoffene Unterdeck- oder Fassadenbahn einplanen. Bei mehreren Lagen auf versetzte Stoßfugen achten. Verarbeitung erfolgt staubarm, mit scharfem Messer oder Säge schneiden.
Hanf-Lehm-Verbundplatten: Platten auf tragfähigem Untergrund verschrauben; Schraubenabstände nach statischen Anforderungen einhalten. Fugen dicht schließen und Anschlüsse an Fenster, Decken und Böden sorgfältig ausführen. Die integrierte Holzwerkstoffplatte erleichtert die Montage, reduziert Arbeitsschritte und sorgt für eine definierte, stabile Oberfläche. Stoßfugen können zusätzlich verspachtelt werden, um Luftdichtigkeit zu erhöhen.
Hanf-Lehm-Trockenbauplatten: Platten auf Holz- oder Metallständerwerk montieren, Schraubenabstände gleichmäßig einhalten. Fugen mit Lehmspachtel schließen, Oberfläche kann mit Lehm- oder Kalkfeinputz veredelt werden. Die Platten sind schwerer als Gipskarton, daher auf feste Unterkonstruktion achten. Diffusionsoffene Montage sorgt für Feuchtigkeitsregulierung. Stoßfugen können leicht angefeuchtet und verspachtelt werden, um Risse zu vermeiden.
Hanf-Dämmmatten (flexibel): Matten klemmend zwischen Sparren oder Ständerwerk einlegen, 1–2 cm breiter zuschneiden als das Gefach. Stoßfugen versetzt anordnen, keine zusätzliche Befestigung nötig bei ausreichender Klemmwirkung. Mehrlagiger Aufbau verbessert Wärme-, Schall- und sommerlichen Wärmeschutz. Bei unregelmäßigen Gefachen elastisch anpassen; ein leichtes Andrücken sorgt für optimalen Kontakt und minimale Hohlräume.
Hanf-Schüttungen: Untergrund vorbereiten und Randbegrenzungen einbauen. Schüttung lose einbringen, gleichmäßig verteilen und leicht verdichten, um Hohlräume zu vermeiden. Oberfläche plan abziehen, z. B. für Trockenestrich oder begehbare Aufbauten. Schüttungen passen sich flexibel an Form und Unebenheiten an, daher keine zusätzliche Fixierung nötig.
Stopfhanf: Fugen oder Hohlräume reinigen und Fasern locker einfüllen, dann gleichmäßig verdichten, ohne das Material zu stark zu pressen. Sichtbereiche bei Bedarf mit Lehm- oder Dichtmaterial verschließen. Ideal für Detailanschlüsse, Nachdämmungen oder schwer zugängliche Stellen. Diffusionsoffen und anpassungsfähig, daher Bewegungen im Holzbau toleriert.
Hanf-Vliese: Passend zuschneiden und spannungsfrei ausrollen oder als Streifen auflegen. Stoßfugen möglichst ohne Lücken verlegen. Vliese können unter Estrichelementen oder Bodenaufbau verlegt werden und dienen zur Trittschallminderung und akustischen Entkopplung. Keine Befestigung nötig, leichtes Andrücken reicht aus.
Hanf-Bänder (Stopf- und Kalfaterbänder): Band passend zur Fuge zuschneiden, gleichmäßig eindrücken und leicht verdichten, damit eine dauerhafte Abdichtung entsteht. Bewegungen der Fuge bleiben möglich, Diffusionsoffenheit wird erhalten. Ideal für Fenster- und Türanschlüsse, Blockbohlenbau, Übergänge zwischen Mauerwerk und Holz sowie Dach- und Giebelanschlüsse.
Hanf in Putzen und Estrichen: Fasern gleichmäßig in Lehm- oder Kalkputz oder in leichten Estrichsystemen einarbeiten. Gut anrühren und verteilen, um Klumpen zu vermeiden. Unterstützt Rissüberbrückung, Elastizität und Feuchtepufferung. Material bleibt diffusionsoffen und verbessert die Raumluftqualität.
Wie teuer ist Hanf als Dämmstoff?
Der Preis für Hanf liegt je nach Produktart und Dicke etwa zwischen 10 € und 55 € pro m2. Für Mineralwolle variieren die Kosten je nach Typ (Glaswolle oder Steinwolle) und liegen zwischen 5 € und 40 € pro Quadratmeter. Ökologische Dämmstoffe sind zudem bedingt förderungsfähig.
Obwohl Hanf-Dämmstoffe also tendenziell etwas teurer als Mineralwolle sind, bieten sie dafür zusätzliche Vorteile: Sie bestehen aus einem natürlichen Material, sorgen für gute Wärme- und Schallisolierung und unterstützen die Feuchtigkeitsregulierung in Innenräumen. Gerade der sommerliche Wärmeschutz hebt Hanf im Vergleich zu Mineralwolle hervor.
Für Bauherren, die auf Nachhaltigkeit und ökologische Bauweise setzen, ist Hanf-Dämmung eine ausgezeichnete Wahl. Obwohl die Anschaffungskosten höher sein können, bietet er durch die längere Lebensdauer und Kompostierbarkeit finanzielle Vorteile.
Finanzielle Förderung für Naturdämmstoffe
Wer sein Haus nachhaltig dämmen möchte, kann sich dafür einen Extra-Zuschuss holen. Eine Auskunft über die Möglichkeiten konkreter Förderungen sowie die Möglichkeit der Antragstellung finden Sie beispielsweise auf der Website des bafa – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.
In der Regel können sie sich bei Ihrer Stadt sowie des Bundes bzgl. möglicher Förderprogramme informieren. Ebenso ist die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ein möglicher Ansprechpartner. Hier sind Investitionszuschüsse oder zinsgünstige Kredite möglich. Für Firmen ist auch eine Zusammenarbeit mit der jeweiligen Bank möglich. Wenden Sie sich hier an Ihren spezifischen Berater. So sind Dämmungen der Gebäudehülle mehrfach förderfähig, sowie verschiedenste Sanierungsmaßnahmen grundsätzlich förderfähig.
Vorteile von Hanf als modernem Baustoff
Hanf als Dämmstoff bietet spürbare Vorteile für alle Beteiligten am Bau:
In der Industrie sorgt er für gleichbleibende Qualität, Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit, während gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele unterstützt werden. Hinzu kommen die vielen weiteren Vorteile. Dazu zählen Imagevorteile, welche auch zu Marketingzwecken genutzt werden können und sich positiv auf die Mitarbeitergewinnung sowie Kundengewinnung auswirken. So lässt sich das Nachhaltigkeitskonzept einer Firma klar unterstreichen und durch integres Verhalten glaubwürdig unter Beweis stellen.
Für Architekten ist der Dämmstoff besonders attraktiv, da er als natürliche Ressource eine hohe Materialqualität mit guten Dämm- und Brandschutzeigenschaften besitzt, sowie in den Bereichen Schalldämmung und Akustik viele Vorteile bietet. Hanf als Dämmstoff ist langlebig, natürlich schädlingsabweisend und schimmelvorbeugend, bietet eine hohe Feuchtigkeitsregulierung und eignet sich ideal für energieeffiziente, nachhaltige Baukonzepte. Trotz der immer weiter ansteigenden Anforderungen an die Dämmleistung bietet Hanf-Dämmstoff mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/mK bis 0,045 W/mK eine nachhaltige Alternative zu klassischen Dämmstoffen. Gleichzeitig profitieren Architekten vom positiven Image solcher ökologischen Baustoffe: Ihre Projekte heben sich aus der Masse hervor, unterstreichen Innovationskraft und Nachhaltigkeitsbewusstsein und wirken überzeugend auf Kunden und Partner.
Handwerker profitieren von der einfachen und staubarmen Verarbeitung sowie der guten Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bauweisen. Ebenso kommt ihnen zugute, dass der Dämmstoff frei von Schadstoffen ist und Sie etwas Gutes für die Umwelt machen.
Endverbraucher erleben die Vorteile in Form eines gesunden Raumklimas, spürbarer Energieeinsparungen durch die hohe Dämmleistung, eines Beitrags zu einem umweltfreundlichen und nachhaltigen Zuhause sowie durch den sommerlichen Wärmeschutz und die verbesserte Akustik.
Für eine „enkeltaugliche Zukunft“
Wer heute baut, muss an morgen denken und Verantwortung für kommende Generationen tragen – egal ob im Wohnhaus, im Gewerbebau oder bei der Sanierung historischer Gebäude. Hanf als ökologischer Dämmstoff bietet dafür die ideale Grundlage: Er wächst schnell nach, benötigt keine Herbizide und ist häufig vollständig recycelbar. Zudem bindet der Dämmstoff CO₂ und trägt damit zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. So lassen sich Dächer, Wände und Böden energieeffizient dämmen und gleichzeitig wertvolle Ressourcen schonen. Wer sich für Hanf entscheidet, setzt auf eine Bauweise, die Wohlbefinden, Klimaschutz und Zukunftssicherheit in Einklang bringt. Sie bieten eine schnelle Lösung und lassen sich einfach nachträglich integrieren.
Holen Sie sich ein konkretes Angebot ein
Wenn Sie ein konkretes Angebot bei uns einholen möchten, bitten wir Sie darum, folgende Informationen für uns bereitzustellen, sodass wir Ihnen eine möglichst genaue Auskunft geben können:
- Was ist ihr Vorhaben?
- Welche Dämmung benötigen Sie? Matten, Platten, Rollen, Stopfware?
- Wie viele Quadratmeter möchten Sie dämmen?
- Wie lautet die Zwischenraumstärke bzw. die Dicke der Dämmung, die benötigt wird?
- Gibt es eine gewünschte Wärmeleitfähigkeit?
- Bauen Sie das Material selbst ein und benötigen ein entsprechendes Werkzeug? Benötigen Sie eine Empfehlung für einen Handwerker?
- Möchten Sie einen Altbau oder Neubau dämmen und sind die Sparrenbalken entsprechend breiter oder gleichmäßig verteilt?
Kommen Sie gerne im forum natura vorbei oder melden Sie sich via Mail (info@forumnatura.de) oder unserem Bausupport (01778935692) über Telegramm, WhatsApp oder SMS. Bei Fragen schicken Sie uns gerne Fotos oder Videos und wir helfen Ihnen gerne weiter! Besuchen Sie auch einen Workshop zum Thema Lehm bei uns im Haus.
Häufige Fragen zu Hanf-Dämmstoffen:
Ist Hanf als Dämmstoff gesundheitlich unbedenklich?
Ja. Hanf ist grundsätzlich frei von Schadstoffen, hautfreundlich und verursacht weder Staubbelastung noch Juckreiz während der Verarbeitung. Dadurch eignet er sich auch ideal für Allergiker und Innenräume mit hohen Anforderungen an die Luftqualität
Wie steht es um den Brandschutz von Hanf als Dämmstoff?
Hanf besitzt von Natur aus eine relativ hohe Entzündungstemperatur. Bei Bedarf werden natürliche Brandschutzmittel wie Soda zugesetzt. Viele Produkte erfüllen so problemlos die Anforderungen der Baustoffklasse B2 (normal entflammbar).
Welche Farbe bzw. welchen Anstrich kann man auf Lehmputz verwenden?
Lehm sucht seinesgleichen. Daher sind Lehmfarben am besten geeignet für den Anstrich auf Lehmputz. So bleiben alle bauphysikalischen Eigenschaften erhalten. Grundsätzlich sind aber viele Anstriche möglich. Bei stark saugenden Anstrichen sollte vorher eine Kaseingrundierung aufgetragen werden.
