Verlegungshinweise Teppiche

Benötigte Hilfsmittel

Wer Teppichboden selbst verlegen will, der muss sich zuerst die richtigen Hilfsmittel beschaffen. 

Nur eine gerade Teppichkante ist eine schöne Kante. Deshalb braucht man zum Teppichverlegen nicht nur spezielle Messer mit auswechselbaren Klingen, sondern auch verschiedene Schneideschienen, an denen man die Klingen sicher und fehlerfrei führen kann. Für exakte Passschnitte werden zwei Bahnen um etwa 5 cm überlappend ausgelegt und in einem Zug geschnitten. Folgende Hilfsmittel werden benötigt: 

  • Teppichmesser mit auswechselbaren Trapez- oder Hakenklingen sind für das Zuschneiden unabdingbar. 
  • Eine Stahlschiene, etwa 2 m lang dient als Anschlag, wo Bodenbeläge auf Stoß zugeschnitten werden. 
  • Teppichkanten werden glatt und sicher zwischen den Schneidlinealen zB. des Cutter-Kant-Boy (Tapezierschiene aus nichtrostendem Aluminium) geschnitten. Es reicht aber auch eine gerade Schiene, ein hartes Lineal, welches man nicht einschneiden kann. 
  • Der Universalschneider mit eingespannter Rasierklinge bietet sich für den groben Teppichvorschnitt an. 
  • Auch ein Teppichkantenführer garantiert eine gerade Kante. An die Wand gepresst, führt er den Schnitt aus. 

 

Untergrund / Unterboden

Vorbereitung Unterboden/ Teppichbedarf

Beim Ausmessen und Festlegen des Teppichbedarfs müssen Tür- und Fensternischen berücksichtigt werden. Man misst von Wand zu Wand (Fenster oder Türübergang), ohne Fußleiste. Für jede Bahn rechnet man sicherheitshalber etwa 10 cm dazu. 

  • Alte Beläge werden vom Boden entfernt, am besten mit einer Reißklaue oder einem `Stripper´. In hartnäckigen Fällen muss man den Belag mit dem Messer in Streifen schneiden. 
  • Schaum- und Kleberrückstände mit Stoßspachtel oder Elektroschaber bearbeiten. 

Bei großen Flächen lohnt es sich, einen Profi-Stripper auszuleihen. 

  • Estrich als Unterboden muss fest, eben und trocken sein. Lose Brocken werden entfernt, kleine Löcher mit Reparaturmörtel verfüllt. Staub und Sand saugt man ab. 
  • Estrich als Unterboden muss fest, eben und trocken sein. Lose Brocken werden entfernt, kleine Löcher mit Reparaturmörtel verfüllt. Staub und Sand saugt man ab. 
  • Größere Unebenheiten im Boden (bis etwa 3 cm) gleicht man mit Fließspachtel aus. 

Er wird mit Wasser fließfähig angerührt, ausgegossen und verläuft von selbst. 

  • Überstehenden Mörtel kann man trocken mit einem Schwingschleifer (Papier mit120 Körnung) glätten. Schleifstaub und lose Verschmutzungen gründlich absaugen. 

Zuschnitt Teppichboden

  •  Genaue, gerade Schnitte erzielt man, wenn Messer oder Teppichschneider an einer Schiene oder Leiste geführt werden. Harter Unterboden machen das Messer stumpf. 
  • Stoßfugen werden weitgehend unsichtbar, wenn die Teppichkanten exakt zusammen-passen. Das wird erreicht, wenn man beide Kanten mit einem Schnitt abtrennt. 
  • Der Teppichschneider mit abgedeckter Klinge eignet sich gut für grobe Zuschnitte von dicker Ware. Die Spitze dient zum Anvisieren der Richtung. 
  • Konturen lassen sich gut mit einer Teppichschere schneiden. Man fertigt sich eine Schablone der Form zB aus Pappe an, überträgt sie und schneidet sie nach. 
  • Hakenklingen sind am besten geeignet, um dünne bis mitteldicke Ware zu trennen. Ein weiterer Vorteil: Der Boden darunter wird nicht mit angeritzt. 
  • Dieser Teppichschneider drückt das Material mit seiner gerundeten Unterseite scharf in die Ecke und trennt den Teppich wandbündig sauber ab. 
  • Auch für dickes Material, das mit Kraft in die Ecke gedrückt werden muss, ist zB. Der `Martorschneider´ gut geeignet, dieser ist mit Hakenklingen und zwei Andrückbalken bestückt. 
  • Mit Schneidhilfen, die auch zum Schneiden von Tapetenbahnen eingesetzt werden kann, wird der Teppichboden wandbündig abgetrennt (zB. Cutterkant). Man kann dies natürlich auch mit einer Aluschiene und einem Kuttermesser mit abgerundeten Klingen, doch diese Art der Verlegung ist doch wesentlich einfacher und sauberer. 
  • Kreise braucht man als Flicken oder für Muster. Ein Dosendeckel kann als Schablone dienen, besser sind Locheisen oder Kreisschneider, die noch sauberer arbeiten. Die ausgeschnittenen Flicken kann man mit einer Stoff- oder guten Haushaltsschere noch einmal genau nachschneiden. 
  • Große Radien schneidet man mit einem selbstgebauten Zirkel. Man benötigt eine Leiste, einen Winkel mit angeschraubtem Messer und eine Spitze als Drehpunkt. 
  • Zum Abrunden von Zuschnitten reicht eine Schablone aus Hartfaserplatte. Wird deren Kante sauber geschliffen, gleitet die Messerklinge leicht am Material entlang. 
  • r Außenecken wird der hochstehende Teppich im Winkel von 45° Grad bis auf den Boden eingeschnitten. Dann beide Seiten in die Bodenecke drücken und abtrennen. 
  • Für Innenecken wird ein kleines Quadrat ausgeschnitten dessen Spitze an die Bodenecke stößt. Dann die Seiten hochklappen und entlang der Ecken schneiden. 
  • Für Rohre und Standbeine von Heizkörpern wird mit dem Locheisen ein genau positionierter Kreis ausgestanzt und dann ein Schnitt bis zum Teppichrand ausgeführt. Falls Sie kein Locheisen zur Hand haben, schneiden Sie einen Schnitt von dem Rohr zum Teppichrand und dann zeichnen Sie ruhig auf dem Teppichrücken den beginn und die Breite und das Ende des Standbeins oder dem Rohr. Danach klappen Sie den Teppich um, so dass Sie ruhig Ihre Markierungen sehen und an diesen Sie vorsichtig mit dem scharfen Messer den Rücken entlangschneiden können. 
  • Streifen, die man zum Einkleben in Kunststofffußleisten benötigt, fertigt man mit einem Streifenschneider an. Die Breite ist stufenlos bei den meisten Geräten (Westermann) einstellbar. 

Verklebung

Optional: Teppichfixierung hat eine ähnliche Konsistenz wie Tapetenkleister. Sie wird mit einer Lammfellrolle aufgetragen und der Teppich in das feuchte Kleberbett gedrückt, diese wird von uns allerdings nicht empfohlen. Naturfaserteppiche können sich durch Feuchtigkeit verziehen und eine Teppichfixierung kann diese Flexibilität in der Regel nicht mithalten.  

  • Der Naturharz -Teppichkleber wird mit einem Zahnspachtel aufgetragen. Welche der Zahnungsgrößen für Belag und Kleber die Richtige ist, steht auf unserem Klebergebinde. 
  • Der Teppichboden wird auf einer Seite zurückgeschlagen und der dickflüssige Kleber in einer kleinen Portion ausgegossen. Bei großen Flächen muss man abschnittweisen arbeiten. 
  • Strich neben Strich verteilt man den Kleber gleichmäßig mit dem Zahnspachtel. Dann wird der Teppich umgeschlagen und mit den Händen oder einer Walze angedrückt.

Kleine Teppichschäden schnell beheben

Einfach zu ärgerlich: Kaum ist die Einzugsparty vorbei, entdeckt man ihn – den Brandfleck von einer Kerze, unübersehbar auf dem neuen Teppichboden. Gerade bei einem recht neuen Bodenbelag, der noch keine Gebrauchsspuren zeigt und dessen Farbton sich noch nicht verändert hat, ist es relativ einfach, so ein Malheur unsichtbar zu machen. Man muss dafür den Boden im Bereich der Schadstelle heraustrennen und ein gleich großes Stück von einem Teppichrest einpassen. 

  • Ein Teppichrest kann gute Dienste beim Einpassen des neuen Bodens leisten: als Schnittschablone. 
  • Mit einem Locheisen lässt sich der Brandfleck aus dem Teppichboden ausstechen, ebenso der Flicken. 
  • Eine Lochsäge oder eine Blechdose können als Schneideschablonen für größere Teppichschäden dienen. 
  • Druckstellen beseitigen: Mit einem feuchten Tuch und dem Bügeleisen dämpfen, dann kräftig abbürsten.